Tel.: (0 26 26) 92 14 50

Allergologie: qualifizierte Diagnostik und spezifische Immuntherapie unter gesundheitspolitischen Restriktionen

Volkskrankheit Allergie (trotzdem) ein Praxisschwerpunkt

 

Nicht alles was juckt ist gleich eine Allergie; dennoch haben sich Allergien mittlerweile zur Volkskrankheit Nummer 1 in ganz Europa entwickelt.

So hat die Heuschnupfen-Erkrankung bei Erwachsenen innerhalb von 8 Jahren um 70% zugenommen, bei den 13-14 Jährigen leidet jeder Sechste an Allergischem Asthma! 15-25% aller Deutschen haben mindestens 1 klinisch-relevante Allergie, bei jedem Dritten liegt eine Sensibilisierung (Vorstufe zur Allergie) vor!

Gefahr Etagenwechsel

 

Nur frühe Diagnose und Therapie kann Ausweitung verhindern!

Trotz Zunahme der allergischen Erkrankungen ist die Allergologie aktuell eher rückläufig. Daten aus der Versorgungsforschung deuten darauf hin, dass derzeit nur ca. 10% der Allergiker Leitlinien-konform behandelt werden. Dabei wäre eine frühzeitige kausale Therapie wichtig, denn 40% der Heuschnupfen-Patienten entwickelt im Laufe der Erkrankung ein Allergisches Asthma (Etagenwechsel).

Allergologische Kompetenz stärken?!

Schuld an diesem Zustand sind seit Jahren negative Trends in der Gesundheitspolitik: so sind antiallergische Basistherapeutika (Cromoglicinsäure und Antihistaminika der 1. Generation) nicht mehr verschreibungsfähig (ab dem 12. Geburtstag) und -pflichtig, was häufig zur Selbstmedikation ohne allergologische Diagnostik verleitet.

Allergisches Asthma

Testungen, sowohl die Haut- als auch die Labor-Verfahren, sind dazu noch Mengen- und Wiederholungs-begrenzt, d.h. z.B. nach einem Prick-Test wegen V.a. (Verdacht auf) Heuschnupfen kann dieser Test erst nach Ablauf von 5 Quartalen wieder erbracht werden, auch wenn nach vielleicht 9 Monaten ein neuer Verdacht auf Insektengift- oder Arzneimittel- oder Lebensmittel-Allergie auftritt.

Auf die Problematik der unzureichende Vergütung allergologischer Leistungen wird hier bewusst nicht eingegangen!

Nesselsucht (Urtikaria) – seltenst eine Allergie und doch meistens Histamin-vermittelt

Plötzliche Rötung und Anschwellen der Haut, stärker Juckreiz, z.T. auch entstellende Schwellungen im Lid- und/oder Lippenbereich – und dies ganz unvermittelt Abend oder nachts auftretend: die Diagnose Nesselsucht (Urtikaria) stellt sich häufig durch einen Blick und die passende Anamnese. Und es ist eine häufige Erkrankung. Jeder Fünfte erleidet 1x in seinem Leben eine Akute Urtikaria (Lebenszeitprävalenz).

Schnell kommt der Verdacht auf eine Allergie auf, der sich aber in der Regel verneinen lässt. „Schuld“ ist meistens eine Irritation und Aktivierung des Immunsystems, deshalb tritt diese stark juckende Dermatose auch vielfach nach einer Infektion auf (Kinder)! Und ist damit auch häufig nach einen kurzen Tablettenbehandlung selbst limitierend.

Aber leider nicht immer! Spricht eine Nesselsucht auf eine Antihistaminika-Gabe nicht ausreichend an und dauert sie länger als 6 Wochen an spricht man von einer Chronischen spontanen Urtikaria (csU). Erst in dieser Phase machen bestimmte Untersuchungen Sinn (Infekt-/Fokus-Suche), auch zur Abgrenzung gegenüber den auflösbaren Formen (durch z.B. Kälte, Wärme, Druck, etc.). Erst in diesem Stadium findet man selten auch Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, aber eben keine Allergien.

Wenn Sie selbst an einer chron. Nesselsucht leiden, können Sie die Effektivität Ihrer derzeitigen Therapie mit dem Urtikaria-Controll-Test (UCT) überprüfen: beantworten Sie die 4 Fragen und errechnen Sie ganz einfach Ihren Punktwertung (Score). Dabei ergeben die Antworten je nach Betroffenheit 0 Punkte bei starker Beeinträchtigung bis 4 Punkte bei keinerlei Beschwerden. Insgesamt geht der Score somit von 0-16 Punkte, ein Score von 12 und mehr Punkten bedeutet eine gute Behandlung, erreichen Sie 0-11 Punkte ist Ihre Urtikaria nicht ausreichend behandelt.

Neben s.g. Antihistaminika (auch bei Allergien üblich) in verschiedenen Dosierungen gibt es seit 2014 ein neues Biologikum, das Anti-IgE Omalizumab, mit dem in vielen Fällen der chronischen Verlaufsform durch eine monatliche Injektion eine wirksame Krankheitskontrolle und Beschwerdefreiheit erreicht werden kann.

Wir diagnostizieren und behandeln die csU leitliniengerecht in allen Stufen und sind Mitglied im Urtikaria-Netzwerk Mittelrhein. Wenn Sie sich in unserem Zentrum vorstellen möchten, können Sie gerne den hinterlegten Zuweiserbogen ausdrucken. Entsprechend ausgefüllt kann damit Ihr Hausarzt einen schnelleren Vorstellungstermin anfordern!

Weitere nützliche Informationen finden Sie auch unter www.urtikaria.net.

Erst die exakte allergologische Diagnose ...

Es gibt leider nicht „den“ Allergietest; verschiedene Allergien benötigen auch unterschiedliche Testmethoden. Nur der Nachweis einer Erhöhung von Eosinophilen im Blutbild oder des Gesamt-IgE´s beweist noch keine Allergie! Erst in der Zusammenschau von Anamnese, klinischer Symptomatik, Allergen-Nachweis und ggfs. Provokationstestung ist eine Allergie sicher zu diagnostizieren.

In unserer Praxis werden durchgeführt:

  • Allergologische Anamnese
  • Prick-Testung (bei V.a. Typ-I-Sensibilisierung gegen saisonale und/oder perenniale Inhalations-Allergene, Nahrungsmittel-Allergene, Insektengifte oder Arzneimittel)
  • Intracutan-Testungen (z.B. Nahrungsmittel-Allergene, Arzneimittel-Allergien)
  • Nasale Provokationen (zur Bestätigung einer Inhalationsallergie)
  • Epicutan-Testungen (bei V.a. Typ-IV-Sensibilisierung gegen Kontaktstoffe oder Nahrungsmittel-Additiva-Allergie)
  • Physikalische Testung (Kälte, Wärme, Druck) bei Urticaria (Nesselsucht)-Abklärung
  • Autologer Serum-Test bei Abklärung einer chronischen Urticaria
  • Berufsdermatologische Abklärung (siehe dort)
  • Serum-Bestimmung von Gesamt- und/oder Spezifischem-IgE (Immunglobulin E)

Prick-Testung bei Typ-I-Allergien

Intrakutantest

Nasale Provokation

Epicutan-Testung bei Typ-IV-Allergien

RAST-Labor

... , dann die richtige Therapie!

Dazu gehören die allergologische Beratung über Relevanz der Sensibilisierung und Vermeidungsstrategien (Allergen-Karrenz), die symptomatische Lokal- und Systemtherapie und je nach Allergie auch eine (so frühzeitig, wie mögliche) gezielte Behandlung des Immunsystems mit einer spezifischen (subkutanen) Immuntherapie (Hyposensibilisierung/Allergie-Impfung).

SCIT (Hyposensibilisierung)

Wunsch-Testungen

Allergie-Testungen z.B. zur Abklärung des familiären Risikos ohne eigene Symptomatik, zur Berufswahl-Empfehlung oder vor zahnprothetischer Versorgung, sind heutzutage nicht im Leistungskatalog der GKV enthalten. Die Kosten halten sich aber durchaus im Rahmen. Weitere Informationen dazu finden Sie gerne hier (>>> Wunschleistungen/IGeL), oder Sie lassen sich in der Praxis individuell beraten.